AD20TH - 2.0 CDTI 160 PS - Leerlaufprobleme Drehzahlschwankungen

  • Guten Morgen zusammen,


    ich habe folgendes Fahrzeug:

    Opel Insignia 2.0 CDTI Sportstourer

    Baujahr: 2012

    Aktuelle Laufleistung: 238000km

    Motorcode: A20DTH 160 PS 2.0 Diesel


    Folgender Fehler tritt auf:


    Drehzahlschwankungen teils wechselhaft zwischen 750 und 800 Umdrehungen und teis zwischen 750 und 850 Umdrehungen.

    Mit zunehmender Betriebstemperatur stabiler. Bei kaltem Motor und Temperaturen unter 14 Grad teils stärker. Aber hier sehr wechselhaft. Manchmal nahezu perfekt, manchmal starkes Sägen um die 200 Umdrehungen. Teils fängt sich der Motor für kurze Zeit und Zustand variiert dann teils von Ampel zu Ampel. Im warmen Zustand läuft der Motor zu 70% perfekt mit minimalen Korrekturen. Kann aber je nach Ampel auch wieder zwischen 750-800 Umdrehungen pendeln.


    Folgende Auffälligkeiten sind noch vorhanden:

    - Pendeln wird beim Blinken teils stärker (Pendelt mit dem Blinkerimpuls)

    - Teilweise starkes Absacken der Drehzahl beim Anbremsen an die Ampel auf 550-600 Umdrehungen - Auto fängt sich aber und geht nicht (mehr) aus.

    - Manchmal Startprobleme - häuftig wenn warm gefahren, dann 3-4 Stunden Stillstand. Dabei orgelt der Motor, geht aber nicht an. Meistens klappt es beim 2. Versuch, manchmal, aber selten, braucht es 3 Versuche.

    - Teils mehr Pendeln bei Regen und Scheibenwischer


    Folgendes wurde bereits gemacht und gewechselt:


    1. Neuer AGR Ventil

    2. Neue Drosselklappe

    3. Neuer Luftmassenmesser

    4. Reinigung MAP-Sensor

    5. Reinigung AGR-System

    6. Neue Zumesseinheit an der Hochdruckpumpe (brachte die meiste Verbesserung, vorher starkes Sägen zwischen 650-850 Umdrehungen)

    7. Neue Grlühkerze in Zylinder 3 (Fehler wurde angezeigt) und neue Glühkerze in Zylinder 1 (Hier wurde elektrischer Fehler angezeigt (P0399) nach wechseln der Glühkerze kam der Fehler noch einmal erneut, nach dem löschen nicht mehr bis jetzt)

    8. Injektor Zylinder 3 - da es hier laut Diagonise Auffälligkeiten gab bei der Einspritzmenge - der Test des alten Injektors hatte abger gezeigt, das der alte Injektor in Ordnung gewesen ist.


    Das Auto fährt ansonsten einwandfrei bei Last. Sauberes, durchzugkräftiges Beschleunigen, keine Geräusche bei normaler Fahrt. Es betrifft ausschließlich den Leerlauf und ist teils sehr nervig.


    Ich finde leider keine Werkstatt die Lust und Zeit hat sich dem Fehler anzunehmen.


    Habe ihr eine Idee was es sein könnte bzw. hatte jemand diesen Fehler bereits und hat ihn gelöst?

    Ich habe gelesen das es noch einen Drucksensor für die Kraftstoffversorgung geben soll bei dieser Motorvariante und es auch häufig hier zu einem Defekt kommt.


    Wichtig: Keine Motorkontrolleuchte und kein Fehler im Fehlerspeicher.


    Es sieht genauso aus wie in diesem Video:


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    Danke euch vorab und VG

  • Zuerst bin ich kein Freund von Sensoren reinigen, diese können zwar noch funktionieren aber werden mit der Zeit träge.

    Diesen sollten immer erneuert werden, damit die Fehlerquelle einkreisen kannst.


    Mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt ein kombiniertes Problem aus der elektrischen Anlage und der Gemisch- bzw. Druckregelung vor.

    Bei Dieselmotoren unterscheidet eine Mengenkorrektur der Injektoren für den stabilen Motorlauf.


    Folgende Punkte sollten als Nächstes geprüfen werden:


    Elektrik und Massepunkte (wegen Blinker/Scheibenwischer)

    Bei instabiler Spannungsversorgung können Steuergeräte oder Sensoren fehlerhafte Signale liefern.

    Das Steuergerät versucht dann kontinuierlich, die Abweichungen zu kompensieren, was zu Schwankungen führt.


    Massepunkte prüfen:

    Lasse alle Hauptmassepunkte im Motorraum (Karosserie zu Motor/Getriebe, unter der Batterie) reinigen und mit Fett versorgen.

    Freilauf der Lichtmaschine:

    Ein blockierter Freilauf kann beim Abbremsen – beispielsweise an einer Ampel – eine starke mechanische Bremswirkung auf den Motor ausüben,

    wodurch die Drehzahl auf ca. 550 U/min absinken kann.


    Live-Datenaufzeichnung (Raildruck und Injektoren):

    Führe eine Diagnose durch lasse während des unruhigen Leerlaufs folgende Parameter protokollieren:


    Soll- und Ist-Raildruck:

    Schwankt der Ist-Wert stark um den Sollwert, deutet dies auf einen trägen oder defekten Raildrucksensor (am langen Railrohr montiert) hin.

    Dies kann das unruhige Laufverhalten ohne Fehlercode erklären.


    Einspritzmengenabweichung (Mengenkorrektur) aller Zylinder:

    Selbst bei einem neuen Injektor Nr. 3 kann eine zu hohe Rücklaufmenge der übrigen Zylinder nach einer Standzeit von 3–4 Stunden im warmen Zustand zu einem Druckabfall führen – dies erklärt das verlängerte Startverhalten im warmen Zustand.


    Ansaugleckage (temperaturabhängig):

    Eine Verbesserung im warmen Zustand deutet häufig auf eine Dichtung hin, die sich bei Erwärmung ausdehnt und dadurch abdichtet.

    Beim Insignia kommt es häufig zu Rissen am dicken Ladeluftschlauch (vorne links).


    Auch die Dichtungen der Ansaugbrücke oder Haarrisse am Kunststoffgehäuse des AGR-Kühlers können zu Falschluft führen.

    Empfehlenswert ist eine Druckprüfung des Systems mit einer Nebelmaschine.


    Kurbelwellensensor prüfen:

    Dieser erfasst die Drehzahl.

    Im Laufe der Jahre können sich feine Metallspäne (Abrieb von Kupplung/Zweimassenschwungrad) am Magneten ablagern.

    Dies führt zu ungenauen Signalen und fehlerhaften Steuerungsabläufen ohne sofortige Fehlercode-Speicherung – passend zu gelegentlichen Startproblemen („Orgeln“).

  • Hi,


    Zitat

    Wie sieht es mit Falschluft aus, schon mal die Ladeluftstrecke mit Nebel überprüft?


    aktuell ist mein Wagen in der Werkstatt und ich habe ebenfalls um eine Nebelprüfung gebeten - dankeschön für den Hinweis an dieser Stelle :)


    Zitat

    Wichtig ist das man Sensoren nicht reinigt sondern direkt erneuert, diese können zwar noch funktionieren aber werden mit der Zeit träge


    Also meinst du den MAP-Sensor hätte ich lieber tauschen sollen? Gefühlt wurde es nach dem Reinigen besser und einige Tage später wieder zunehmend schlechter.


    Zitat

    Ich würde noch den Kurbelwellensensor überprüfen, dieser ist für die Drehzahlmessung zuständig.


    Kurbelwellensensor ist ebenfalls ein sehr guter hinweis, das werde ich der Werkstatt mitteilen - Dankeschön!


    Zitat

    Zusätzlich überprüfe die Long/Short FuelTrim (Kraftstoff Einspritzung), somit erkennst du ob das ECU Falschluft ausgleichen möchte.

    Diese sollten vom Wert her fast identisch sein.


    Ah, das ist ebenfalls ein sehr guter Hinweis! Ich habe mir ein Lesegerät gekauft gehabt bei Amazon und versucht die Daten zu lesen. Hatte es mir einfacher vorgestellt als es am Ende war. Viele Daten aber ohne Zusammenhang schwer nachvollziehbar. Leider konnte ich bei dem Gerät die Daten nur "wegschicken" an den Hersteller aber nicht exportieren. Werde ich aber auch der Werkstatt mitteilen bzw. nachfragen ob dies ebenfalls geprüft wurde.


    Zitat

    Wenn das Symptom bei höherer Motortemperaturen nicht mehr vorkommt, würde ich auf eine Dichtung dich nicht richtig abdichtet und somit Falschluft zieht deuten.


    Also bei höheren Temperaturen kommt es so gut wie gar nicht vor, ab und zu kurze Schwankungen und ansonsten stabil. Umso länger ich fahre umso stabiler wird die Drehzahl im Leerlauf. Besonders nach der Autobahnfahrt ist die Drehzahl nahezu perfekt im Leerlauf.


    Folgendes ist die Tage auch aufgefallen:


    15 Grad Außentemperatur ohne Sonne: Kaltstart schwer - Motor brauch gefühlt länger um anzuspringen, danach sehr unruhig und starkes Pendeln.

    15 Grad Außentemperatur mit Sonne und der Wagen stand bis Mittags in der Sonne: Kaltstart besser - Motor springt etwas schneller an, auch Schwankungen aber weniger Intensiv


    Daher meine Vermutung ebenfalls, dass es ein Schlauch oder eine Dichtung ist. Würde es ggf. auch für eine Dichtung bei der Ansaugbrücke sprechen? Ich habe jedoch bei Last keine Probleme auch wenn der Motor kalt ist.


    Die Werkstatt möchte nach Stunden abrechnen bei der Fehlersuche - ist das üblich? Ich habe jetzt erst einmal bei 150€ gedeckelt um erst einmal zu sehen was unternommen wird. Ich kenne das nur so von früher, dass man erst sucht und dann ggf. eine Pauschale zahlt für die Fehlersuche aber nicht nach Stunden abgerechnet wird...am Ende wird 5 Stunden für Nüsse gesucht und ich bin 500€ los - oder denke ich da zu sehr in der Vergangenheit und es ist heute anders geworden in den Werkstätten?

    Vielen Dank schon einmal für die Rückmeldung - sehr hilfreich :)

  • Für 500 € hättest du dir einige Sensoren erneuern können, natürlich will die Werkstatt Geld verdienen,

    das ist der Hauptzweck eines Unternehmens.

    Leider ist die Qualität der Fehlersuche und der Wille, sie zu finden, nicht immer die „Summe X“ wert.


    Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, meinen Fuhrpark selbst zu reparieren.

    Somit fließt das Geld, nicht in die“ Jugend-Forscht-Werkstatt“,sondern direkt in bessere Parts und Equipment, Anleitungen zu den Reparaturen sollten im Informationszeitalter kein Problem mehr sein.